Speisefette und Öle

Fette werden aus Milch,dem Fruchtfleisch,
den Samen von Pflanzen und aus dem Fettgewebe von Tieren gewonnen.
Sie erfüllen ebenso wie andere Nährstoffe im Organismus lebenswichtige Aufgaben. Fette sind wesentliche Nahrungsbestandteile:
Sie versorgen den Körper mit Energie,
essentiellen Fettsäuren und fettlöslichen Vitaminen.
Fettsäuren sind wichtige Bestandteile der Zellmembranen.

Eigenschaften:

Bei der Speisezubereitung kommt dem Fett folgende Bedeutung zu:

Rohstoff- und Geschmacksträger:

Viele Speisen schmecken erst ausgewogen,
wenn sie eine bestimmte Menge Fett enthalten,
zum Beispiel Farcen,Saucen, Teige und Massen.

Wärmeübertragungsmittel:

Vergrösserung des Kontakts zwischen Pfanne und Lebensmittel.
Erst bei Temperaturen zwischen 120° und 160° C entstehen
durch Umwandlung der Nährstoffe erwünschte Geschmacksstoffe.
( z.B. Zucker Karamell, Stärke Dextrin, Protein Röststoffe ).

Trennmittel:

Fette verhindern ein Ansetzen der Speisen
in der Pfanne und Backformen und trennen Stoffe voneinander.
( z.B. fett und Teigschichten im Blätterteig ).

Konsistenzverbesserer:

Speisen mit ausreichendem Fettgehalt sind
streichfähig
( z.B. Leberwurst )
saftig
( z.B. Würste,Terrinen, Pasteten )
sämig
( z.B. Saucen, Suppen )

Frischhaltemittel:

Backwaren trocknen weniger aus.

Aufbewahrung:

Fettstoffe sollten kühl, dunkel und trocken gelagert werden.

Fettzersetzung und Verderb:

Fette und Öle sind hoch erhitzbar,
eignen sich deshalb zum Braten und frittieren.
Sie dürfen jedoch nicht überhitzt werden,
da bei überhöhter Temperaturen
gesundheitsschädigende Reaktionsprodukte gebildet werden können.
Bei Kontakt von Fett mit sehr heissen Oberflächen (z.B.glühende Holzkohle)
können krebserzeugende Substanzen gebildet werden.
Die Temperatur,bei der die thermische Fettzersetzung sichtbar wird
nennt man Rauchpunkt.

Durch folgende Einflüsse können Fettstoffe verderben:

Wärme,Sauerstoff,Licht,UV-Strahlen,Metallionen (besonders Kupfer),
Mikroorganismen und Enzyme
( nur bei Anwesenheit von Wasser ).
Besonders leicht verderblich sind Fettstoffe mit einem hohen Anteil
an ungesättigten Fettsäuren und Fettemulsionen
(wasserhaltige Fettmischungen).
Fettstoffe nehmen leicht Fremdgerüche an.
Deshalb sollten sie aromadicht verpackt und getrennt
von stark riechenden Lebensmitteln gelagert werden.

Fettemulsionen:

Eine Emulsion ist eine gleichmässige mehr oder weniger beständige Mischung
von ineinander löslichen Flüssigkeiten.
(Sogenannten Phasen).
Ist Wasser in Fett verteilt,so spricht man von einer
Wasser- in- Fett- Emulsion.
Im Fett der Butter und der Margarine ist Wasser fein verteilt,
Butter und Margarine sind deshalb eine Wasser- in- Fett- Emulsion.
Ist Fett in Wasser fein verteilt,
so nennt man diese Mischung eine
Fett- in Wasser- Emulsion
(z.B. Mayonnaise,Rahm).
Emulsionen werden stabil wenn Emulgatoren zugegeben werden.
Natürliche Emulgatoren sind Proteine und Lezithin.

Einteilung nach der Herkunft:

Tierische

Fette

Pflanzliche

Fette

Milchfett

Körperfett

Fruchtfette

Samenfette

Butter

Schweinefett

Olivenöl

Sonnenblumenöl

 

Geflügelfett

Palmöl

Erdnussöl

 

Kalbsfett

 

Rapsöl

 

Rinderfett

 

Sojaöl

 

Fischöl

 

Kokosfett

     

Maiskeimöl

     

Palmkernöl

     

Traubenkernöl

     

Sesamöl

     

Haselnussöl

     

Leinsamenöl

     

Weizenkeimöl

     

Kürbiskernöl

     

Speiseöle sind Mischungen aus verschiedenen Pflanzenölen.

Speisefette / Kochfette sind Mischungen von verschiedenen Fetten.

Gewinnung der Fettstoffe:

Für die Gewinnung der verschiedenen Fettstoffe werden die untenstehenden Methoden angewandt:

Zentrifugieren:
Rahm,Olivenöl

Ausschmelzen:
Körperfette

Auspressen:
Samenfette,Fruchtfette

Extrahieren:
Samenfette,Fruchtfette

Tierische Fette und ihre Verwendung:

Fettart

Verwendung

Bemerkung

Butter

Als Streichfett, zum Dünsten

und zum Sautieren, zum Verfeinern von Saucen und Suppen, zur Herstellung von Teigen und Massen.

Von den tierischen Fetten aufgrund des hohen Konsums von besonderer Bedeutung.

Schweinefett

Schweineschmalz: für geriebenen Teig, für kräftige und nahrhafte Gerichte, für Rösti Rückenspeck: zum Spicken, zum Lardieren und zum Bardieren, zur Wurstherstellung

Der Verbrauch sollte wegen der ungünstigen Fettsäurenzusammensetzung eingeschränkt werden.

Geflügelfett

Körperfett: zum Schmoren von Kohlgemüse, für Risotto, zum Abdecken von Geflügelterrinen. Schmalz: als Brotaufstrich Enten- oder Gänseschmalz

Meistens wird das weisse Bauchfett des Mastgeflügels verwendet. Das ausgelassene fett von Gänsen wird zur Herstellung von „ Confit " ( mit Fett eingekocht ) werden.

Kalbsfett

Kalbsnierenfett: zum Schmoren von weissem Gemüse, zur Herstellung von Fettmischungen. Rückenmark: Pastetchenfüllungen, selbständige Gerichte

Wird in der Küche selten verwendet.

Rinderfett

Rindernierenfett: für Yorkshire-Pudding und englische Süssspeisen ( z.B. Christmas Pudding ) Rindermark: für Suppeneinlagen, Klösschen, Risotto

Rinderfette sind sehr schwer verdaulich und bestehen zudem vorwiegend aus gesättigten Fettsäuren.

Die wichtigsten Pflanzenfette und ihre Verwendung:

Fett und Öl

Herkunft

Hauptanbaugebiete

Verwendung

Sonnenblumenöl

Samen der Sonnenblume

Russland, Europa, USA, Indien, Südafrika

Kalte Küche, Margarine

Erdnussöl

Samen der Erdnusspflanze

China, USA, Indien, Westafrika, Südamerika

Warme Küche, fritieren, Margarine und Speisefett

Rapsöl

Samen der Rapspflanze

EU, CH, China, Indien, Kanada, Russland

Kalte Küche, Margarine, Speisefett

Sojaöl

Samen der Sojabohne

USA, Brasilien, EU, Argentinien, China, Japan, Russland

Margarine, kalte Küche

Kokosfett

Fruchtfleisch der Kokosnuss: Kopra

Philippinen, Indonesien, Indien, Mexiko, Sri Lanka

Margarine, für Süssspeisen zum frittieren.

Maiskeimöl

Keimlinge der Maiskörner

USA, Westeuropa, Brasilien, Japan, Südafrika

Kalte Küche

Margarine

Distelöl

Samen der Färberdistel

USA, Mexiko, Nordafrika, Indien

Kalte Küche diätetische Margarine

Olivenöl

Früchte des Olivenbaums

Mittelmeerländer, USA, Argentinien

Kalte und warme Küche

Palmöl

Fruchtfleisch der Ölpalme

Malaysia, Indonesien, Westafrika,

Rote Farbe, Margarine

Traubenkernöl

Kerne der Weintraube

EU, USA

Kalte und warme Küche

Sesamöl

Samen der Sesampflanze

Afrika, Ostindien

Kalte und warme Küche

Baumnussöl

Kerne der Baumnuss

Frankreich, Italien

Kalte Küche

Haselnussöl

Kerne der Haselnuss

Frankreich, Italien

Kalte Küche

Leinsamenöl

Samen des Flachses

USA, Asien

Diätküche

Kalte Küche

Weizenkeimöl

Keimlinge des Weizen

Westeuropa, USA

Kalte Küche

Kürbiskernöl

Kürbissamen

Österreich, Rumänien,

Kalte Küche

Ölsorten

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